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Fotografie · Dover (01/2010)

 

 

PRIDE OF CALAIS, SEAFRANCE MOLIERE, PRIDE OF CANTERBURY, PRIDE OF DOVER, SEAFRANCE RODIN, PRIDE OF KENT, MAERSK DELFT, SEAFRANCE BERLIOZ, MAERSK DUNKERQUE

 

 

Ein Ausflug nach Großbritannien

 

Von einer kleinen Reise-Begebenheit soll zunächst an dieser Stelle berichtet werden. Das ist einfach eine erzählenswerte Story.

 

Als ich das erste Mal in Dover mit der Fähre ankam, gab es lediglich eine schnelle und kurze Passkontrolle. Das war in den 1980er Jahren. Die nagelneue PRIDE OF CALAIS machte gerade ihre ersten Fahrten. In den frühen 1990er Jahren war ich dann als Besatzungsmitglied auf der England-Fähre OLAU BRITANNIA tätig und reiste sehr oft in das britische Staatsgebiet ein, wenn ich Freizeit hatte und unser Schiff jeden Abend in England lag. Im Terminal von Sheerness wurde ich nicht ein einziges Mal (!) kontrolliert, weder aus- noch eingehend. Als Besatzungsmitglied war ich nicht zu erkennen.

 

Ein Jahrzehnt später gingen meine Reisen von und nach England - wenn es darum ging, zu einem unserer Schiffe in Immingham, Hull und Tilbury zu kommen oder einfach nur, um Fähren zu fotografieren - stets über Dover. Anfänglich musste ich hier nur die obligatorischen Passkontrollen über mich ergehen lassen, doch ab ca. Mitte der 2000er stellte ich eine Veränderung in Verhalten der britischen Behörden fest. Erstmals wurde ich vor gut drei Jahren sehr intensiv kontrolliert. Das war bei der Einreise in Dover. Rechts rein in die Halle, Rolltor zu und los ging das „Verhör“.

 

Zufall, dachte ich. Niemals zuvor wurde ich intensiv kontrolliert, ein keiner der vielen Grenzen, die ich überquert hatte, sieht man einmal von der Einreise in die DDR ab, die ich als Kind erlebte.

 

Zufall? Diese Frage sollte sich an jenem 2. Januar 2010 erneut stellen. Zusammen mit einem anderen Fähr-Freund hatte ich bereits auf der Fahrt nach Calais gefrotzelt: „Paß auf, die Engländer winken uns wieder raus!" Ich hatte diesmal extra ein paar "Beweise" mitgenommen, falls es dazu kommen würde.

 

Wahrscheinlich tat mein Begleiter meine „Vorsorge“ als leichte Spinnerei ab, ich zu diesem Zeitpunkt wohl auch...

 

Nachdem wir während der Überfahrt von Calais nach Dover in der Cafeteria der PRIDE OF CALAIS in den Genuss eines außergewöhnlichen Frühstückes kamen - die Dame hinter dem Tresen hörte gar nicht mehr auf, alle möglichen leckeren Dinge wie Bohnen, Speck, Eier (gespiegelt und gerührt), Toast und zwei schön anzusehende braune Bratwürstchen auf den Teller zu legen (nach dem Motto "Futtern wie bei Muttern, nur das Doppelte"), die dem ein oder anderen Teilnehmer dieser Fahrt dann aber am Ende doch etwas quer im Magen lagen - kam der der Augenblick, dass wir nach dem Verlassen der Fähre durch die Einreisekontrolle in Dover mussten. So wie ich beobachten konnte, wurde jeder Fahrer angesprochen. Schließlich waren wir an der Reihe.

 

„Sprechen sie Englisch?“ fragte der britische Beamte.

„Ja“ antwortete ich.

„Was wollen sie in England?“

„Wir wollen Fähren fotografieren.“

„Was?“

„Fähren fotografieren.“

„Fähren?“

„Ja, Fähren.“

„Was für Fähren?“

„Die Fähren, die hier nach Dover fahren.“

„Wie heißen diese Fähren? Nennen Sie bitte die Namen dieser Fähren.“

 

Wow! Ich musste erst einmal inne halten. Ich sollte also die Namen der Fährschiffe nennen! Eine Fachfrage! Zu diesem Zeitpunkt wusste ich, dass wieder die Halle drohte. Aber ich zeigte mich kooperativ und fing an, die Fähren wie ein auswendig gelerntes Schulgedicht herunter zu rattern.

 

„PRIDE OF DOVER, PRIDE OF CALAIS, PRIDE OF KENT, PRIDE OF CANTERBURY…”

 

Pause. Nachdenken beim britischen Beamten und dann: “Sir, bitte fahren sie nach rechts in die Halle.”

 

Ich war offenbar nicht überzeugend. Diese Halle kannte ich ja schon. Darin standen bereits vier andere Autos. Vor uns ein armer Belgier, der überprüft wurde.

 

Hinter uns ging das Tor zu. Wir waren praktisch abgeschirmt vom Rest der Welt. Und irgendwie doch froh, in Großbritannien zu sein und nicht im Iran oder Nordkorea. Ich jedenfalls. Ein älterer Polizeibeamter kam zu uns.

 

„Was wollen sie in England?“

„Wir wollen Fähren fotografieren.“

„Was bitte???“

„Wir möchten Fähren fotografieren. Wir sind Fährschiffs-Freunde.“

„Was sind sie?“

„Fähr-Freunde. Also Fähr-Enthusiasten.“

„Aha. Also so etwas wie Train-Spotter?“

„Ja, richtig. Wir sind Fähr-Spotter.“

 

Das verstand der zu jedem Zeitpunkt sehr freundliche britische Beamte. Aber ich hatte auch den Eindruck, als seien wir die allerersten Fähr-Spotter, denen er in seinem Leben begegnete.

 

„Wie viele Fähr-Spotter gibt es in Deutschland?“ wollte er nun wieder wissen.

„Hmmmm. Nicht so viele. Vielleicht 400.“ Ich hatte echt keine Ahnung, wie viele Leute in Deutschland Bilder von Fähren machen.

„Und was für Fähren fotografieren sie?“

„Heute die Fähren von Dover.“

„Und sonst? Welche Fähren fotografieren sie sonst?“

„Auch andere. In Italien, Frankreich, Skandinavien...“

„Sind sie beide immer zusammen?“

 

Welchen Sinn solche Fragen haben?

 

„Wo wollen sie hier fotografieren?“

„Auf den Klippen von Dover.“

„Ja, das ist in Ordnung. Das dürfen sie.“

 

Oh, das war ja ein Lichtblick! Aber der Beamte schien noch nicht überzeugt zu sein.

 

„Haben sie einen Beweis für ihre Aussage, dass sie hier Fotos von Fähren machen wollen?“

„Ja, im Kofferraum.“

 

Nun holte ich meinen vorher bereits eingepackten Beweis hervor, zwei meiner Bücher, die ich geschrieben hatte.

 

„Das Buch habe ich geschrieben.“ sagte ich dem Mann und hielt ihm „Erinnerungen an die THEODOR HEUSS“ unter die Nase.

„Wirklich?“

„Ja, dort oben steht mein Name und im Buch ist ein Foto von mir.“

 

Der Polizist blätterte zum Foto und verglich es mit mir. Schaute auf das Bild, dann wieder zu mir. Schaute nochmal auf das Foto. Er gab sich wirklich Mühe beim Vergleichen.

 

„Sie haben jetzt mehr graue Haare als damals.“ sagte er trocken. Ha ha, britischer Humor!

 

„Ja, ich bin auch etwas älter als damals.“ Ha ha, deutsche Logik kontra britischem Humor!

 

Dann zeigte ich ihm mein Buch „Verkehrsbetriebe Peine-Salzgitter“. Noch ein Buch von mir, wenn auch über Eisenbahnen. Stirnrunzeln bei dem Mann. Doch diese Fülle von Beweisen schien langsam zu wirken.

 

Soweit so gut. Nun ging es um mein Auto.

 

„Ist das ihr Auto?“ fragte er mich.

„Ja.“

„Wann gekauft?“

 

Auch das teilte ich ihm mit. Nun wollte er wieder Beweise sehen. Fahrzeugpapiere hatte ich zum Glück dabei.

 

„Gehört alles in diesem Wagen ihnen?“ bohrte er weiter.

„Ja. Alles ist meins“

„Wie lange wollen sie in England bleiben?“

„Genau drei Stunden.“

„Haben sie dafür einen Beweis? Zeigen Sie mir das Rückfahrticket.“

 

Auch das Fährticket zeigte ich ihm, auf dem stand, wann wir zwei „Individuen" wieder das Land verlassen würden. Dann wandte er sich ab und ging mit unseren Pässen, den Fahrzeugpapieren und meinen Büchern zu drei seiner Kollegen, die in der Ecke der Halle standen. Was sie sprachen, entzog sich meiner Kenntnis, aber sie diskutierten über unseren „Fall“. Und auch wir im Auto diskutierten. Die dringlichste Frage war, was nun passiert, wenn denen unsere Aussagen nicht glaubwürdig erschienen? Müssen wir zurück? Und natürlich kam auch die Frage auf, warum wir in die Halle mussten? Sahen wir besonders verdächtig aus? Lag es eventuell an meinem Auto? Und schließlich kamen bei uns beiden Deutschen auch Gedanken an die DDR hoch. Ja, die Einreise in die DDR war ja fast nicht mehr viel anders, als die Einreise nach Großbritannien!

 

Na ja, nur fast.

 

Das Ende vom Lied war, dass wir die Halle wieder verlassen durften. Nun waren wir also endlich im Vereinigten Königreich. Aber wir mussten ja auch wieder raus. Und der Rückweg war ähnlich dem Hinweg. Zunächst ging es durch die französische Passkontrolle, die bereits hier in Dover stattfand. Der französische Beamte wollte nicht mal unsere Pässe sehen! Fahr durch, signalisierte er mir. Doch dann kamen die britischen Security-Behörden.

 

Und wieder rein in eine Halle!

 

Hinter uns ging das Tor zu. Ich glaubte das nicht! Das konnte doch nicht wahr sein!  Neben uns drei andere Fahrzeuge und vor uns der Wagen einer Dänin. Zwischendrin Röntgengeräte zum Durchleuchten von Gepäck.

 

„Gehört der Wagen ihnen?“

„Ja.“

„Gehören die Dinge im Wagen ihnen?“

„Ja.“

 

Dann durchsuchte der Polizist – ohne dieses anzukündigen oder gar zu fragen – die Sachen auf der Rückbank. Das verärgerte mich dann doch etwas.

 

Letztlich ging es aber dann doch schneller als bei der Einreise und wir konnten die Halle Richtung Check in verlassen. Die eigentliche Überraschung kam aber erst noch und zwar am Check in von P&O Ferries. Die Dame dort hatte weder das Rückfahrticket von mir verlangt (noch gesehen), noch sonst etwas von mir. Sie hatte sich nicht einmal das Kennzeichen meines Wagens angeschaut. Aber sie begrüßte mich sofort mit meinem Namen. Woher aber kannte sie mich? Dass im Fährhafen von Dover so viele Überwachungskameras installiert sind, wie ich sie noch nirgendwo sonst in einem Fährhafen gesehen habe, muss ja offenbar zu produktiven Ergebnissen führen...

 

„Ich habe jetzt hier in Großbritannien eine Akte.“ sagte ich später spaßeshalber zu meinem Fähr-Freund. Obwohl... Spaß? Und immer wieder die Frage, ob Großbritannien uns die Einreise tatsachlich verweigert hätte. Und ob unsere Kontrolle nur ein "Zufall" war. Fragen über Fragen...

 

Die PRIDE OF DOVER brachte uns zurück in die (gefühlte) Freiheit. Bei der Einreise in Calais fand nicht eine einzige Kontrolle statt. Niemand in Frankreich interessierte sich dafür, was wir dort wollen. Niemand wollte Beweise für irgendwas sehen. Wir waren wieder zu Hause! Frankreich fühlte sich in diesem Augenblick an wie Deutschland. Wie Italien. Wie Spanien. Wie Dänemark. Wie Schweden. Von den Niederlanden und Belgien ganz zu schweigen.

 

Auf der Rückfahrt haben wir viel gefeixt über diese Erlebnisse in Dover. Das war eine richtige Gaudi in Dover.

 

Hinterher...

 

Aber trotz unserer anfänglichen „Irritation“ empfanden wir durchaus Verständnis für diese Kontrollen, die stets freundlich abliefen. Wenn damit nur ein einziger Terroranschlag verhindert wird, dann hat alles seinen Sinn und wir sollten es in Kauf nehmen. Die Welt ist leider gefährlicher geworden.

 

 

 

 

Links die PRIDE OF DOVER, rechts die SEAFRANCE MOLIERE. Im Hintergrund die britische Küste.

 

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Langsam aber sicher brach die Wolkendecke auf. Der Hafen von Dover war bereits gut zu erkennen. Großbritanniens Tor zum Kontinent. Nur 22 Seemeilen entfernt von Calais, ist Dover der führende Kanalhafen im Fährverkehr.

 

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Die Kreidefelsen von Dover kündigten das Ende unserer kleinen Seereise an und zumindest die kontinentaleuropäischen Autofahrer mußten sich so langsam seelisch auf den in England üblichen Straßenlinksverkehr vorbereiten. Und auch die Uhrzeit sollte man etwas genauer im Blick haben.

 

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Der Hafen von Dover besitzt insgesamt zwei Zufahrten, wobei der "Eastern Entrance" Hauptein- und -ausfahrt für alle Fähren ist. Auf der Mole befindet sich auch die Dover Port Control, die alle Schiffsbewegungen im Hafen koordiniert, dazu jeglichen Verkehr innerhalb einer Zone von einer Meile vor dem Hafen. Jedes einlaufende Schiff hat sich bei der Dover Port Control anzumelden, so auch die Fähren, die das ca. drei Meilen vor Eintritt in den Hafen tun.

 

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Die PRIDE OF CANTERBURY an Anleger Nr. 3.

 

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Die uns vorausfahrende SEAFRANCE MOLIERE beim Anlegen an Anleger Nr. 7.

 

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Die Abfahrt für PRIDE OF CANTERBURY rückte näher.

 

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SEAFRANCE MOLIERE fuhr von Februar bis April 2002 als SUPERFAST X...

 

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... zwischen Rostock und Hanko.

 

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Unsere PRIDE OF CALAIS legte an Anleger 8 an.

 

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Für ihren Einsatz im Britischen Kanal wurde die SEAFRANCE MOLIERE am Bug umgebaut.

 

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Ansonsten präsentierte sich das 2002 in Dienst gestellte Schiff weitgehend unverändert zu seiner Zeit in Rostock...

 

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... sieht man einmal vom leicht veränderten Schornstein ab...

 

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... dem man die "Flügel" gestutzt hatte.

 

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Nachdem die recht strengen britischen Sicherheitskontrollen bewältigt waren, ging es über die Upper Road zu den White Cliffs von Dover.

 

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Von hier aus hat man den gesamten Hafen bestens im Blick, den beispielweise im Jahre 2006 fast 14 Millionen Passagiere nutzten und ihn so zum bedeutensten Fährhafen der Welt machten.

 

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Gegen 09.55 Uhr Ortszeit legte SEAFRANCE MOLIERE wirder Richtung Calais ab.

 

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Die PRIDE OF CALAIS folgte eine Viertelstunde später.

 

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Zusammen mit ihrer Schwester, der PRIDE OF DOVER, gehört die PRIDE OF CALAIS zu den Veteranen im Kanalverkehr.

 

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Die Tage der im November 1987 in Dienst gestellten Fähre...

 

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... sind bereits gezählt.

 

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Im November 2010 und im September 2011 sollen die Nachfolgeschiffe kommen.

 

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Was dann mit den beiden "Bremerhavenern" passiert, ist derzeit nicht bekannt.

 

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Gegen 10.20 Uhr kam die PRIDE OF KENT in Dover an und setzte zum Drehmanöver an.

 

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Die 1992 in Dienst gestellte PRIDE OF KENT kam ursprünglich als EUROPEAN PATHWAY in Fahrt. Sie gehörte zusammen mit ihrem Schwesterschiff, der EUROPEAN HIGHWAY und heutigen PRIDE OF CANTERBURY, zu einer in Bremerhaven gebauten Serie von insgesamt vier Frachtfähren, von denen die letzte, die PRIDE OF BURGUNDY, bereits nicht mehr als Fracht-, sondern als Passagierfähre abgeliefert wurde.

 

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Mit der recht großen Frachtfähre EUROPEAN PATHWAY stellte sich P&O auf die drohende Konkurrenz des Eurotunnels ein, seinerzeit allerdings für die Frachtroute zwischen Zeebrugge und Dover. Hier verblieb die Fähre mit ihren Schwestern bis zu ihrem großen Umbau im Jahre 2002, sieht man einmal von einem kurzen Einsatz der im Jahre 1999 zwischen Dover und Calais ab.

 

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Obwohl die Investition von P&O Anfang der 90er Jahre mit diesen Schiffen sehr bedeutsam war, kämpfte Ende dieses Jahrzehnts die Linie Dover-Zeebrugge gegen Rückgänge im Verkehr. Verbesserungen in der Infrastruktur, im Straßenwesen und nicht zuletzt die von Norfolk Line betriebene Linie zwischen Dover und Dünkirchen sorgten für den Niedergang der Dover-Zeebrugge-Route.

 

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So kam dann Ende 2002 die Schließung der Linie Dover-Zeebrugge. Die beiden verbliebenen Schiffe EUROPEAN HIGHWAY und EUROPEAN PATHWAY wurden zu Passagierfähren umgebaut, um in neuer Funktion zwischen Calais und Dover zum Einsatz zu kommen. Den Umbauauftrag konnte die Lloyd Werft in Bremerhaven für sich verbuchen. Die hohe Qualität und Termintreue dieser Werft hatte den Ausschlag für die Auftragsvergabe gegeben. Zudem spielte für P&O auch die schnelle Verfügbarkeit der beiden Schiffe eine Rolle, denn der Umbau nahm fünf Monate in Anspruch. Ein vergleichbarer Neubau hätte rund zwei Jahre gedauert.

 

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Bis zu 400 Werftarbeiter waren in Spitzenzeiten mit diesem Umbau beschäftigt, der pro Schiff insgesamt vier neue Decks und 1500 Tonnen neu verbauten Stahl brachte. Vorgefertigte Stahlsektionen wurden per Schwimmkran auf die Schiffe gesetzt. Daneben installierte man zwei neue Dieselaggregate, erweiterte die Klimaanlage, vergrößerte die Frischwassertanks und Abwasseranlage und baute neue Bugstrahlruder ein. Außerdem erhielten die beiden Fähre zwei neue Ruder. Insgesamt 50 Tonnen Farbe und 120 Kilometer neue Kabel wurden für die Verwandlung von Fracht- in Passagierfähren benötigt.

 

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Das orangefarben gemalte Dach der Kommandobrücke der SEAFRANCE RODIN gehörte der Vergangenheit an und war nun weiß.

 

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2001 wurde die rund 185 Meter lange SEAFRANCE RODIN in Dienst gestellt. Gebaut wurde sie von Aker Finnyards in Rauma. Wie auch alle anderen Fähren auf der Dover-Calais-Strecke verfügt sie über zwei Ladedecks, die in den Häfen gleichzeitig über landseitige Rampen befahren werden können. Fußpassagiere erreichen das Schiff über eine Gallerie, die sich über zwei Decks erstreckt.

 

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2000 Lademeter stellt die SEAFRANCE RODIN zur Verfügung. Das reicht, laut Werftangaben, für 700 PKW oder 120 Lastwagen. Getrennt sind die Wagendecks durch mittschiffs liegende Schächte - Casing genannt - die auf der Backbordseite vier Aufstellspuren und auf der Steuerbordseite drei Spuren ermöglichen. Dazu kommen in der Höhe verschiebbare Hängeplattformen, die eine Kapazität von 95 Autostellplätzen haben.

 

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Angetrieben wird die SEAFRANCE RODIN durch insgesamt vier Hauptmaschinen. Die Maschinenkonfiguration besteht aus zwei Hauptmaschinen des Typs Wärtsilä 2V46B, welche beide jeweils bis 11700 Kilowatt Leistung erzeugen können sowie aus zwei kleineren Wärtsilä 8L46B-Dieselmotoren mit jeweils 7800 Kilowatt. 25 Knoten Dienstgeschwindigkeit lassen sich so über zwei Verstellpropeller mit einem Durchmesser von jeweils 5 Metern erreichen. Optimale Manövrierfähigkeit wird durch zwei Becker-Aktivruder gewährleistet, die sich im Single- oder Dualmode fahren lassen.

 

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Insgesamt vier Querstrahler mit jeweils 1800 Kilowatt Leistung - einer im Heckbereich und drei im Vorschiffsbereich - sorgen für recht ansehnliche Kraftausstöße. Bei der recht großen Windangriffsfläche der SEAFRANCE RODIN und den oftmals sehr widrigen Windverhältnissen in den Häfen am Ärmelkanal sorgt diese Anlage nicht nur für gute Dreh- und Traversiermöglichkeiten, sondern ganz sicher auch für ruhige Nerven der Schiffsführung - und bietet zudem noch Kraftreserven.

 

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Die PRIDE OF KENT wurde bereits schon wieder beladen.

 

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Gegen 10.45 Uhr lief die MAERSK DELFT aus Dünkirchen ein.

 

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2006 wurde das Schiff von der südkoreanischen Werft Samsung Shipyard abgeliefert...

 

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... und befährt seit März 2006 die Linie zwischen Dover und Dünkirchen.

 

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Es dauerte nicht mal eine Stunde, da waren die Wolken endgültig verschwunden und die Sonne lachte vom Himmel. Die MAERSK DELFT legte wieder Richtung Dünkirchen ab...

 

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... während SEAFRANCE BERLIOZ beladen wurde.

 

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Bis zu 1000 Passagiere kann die MAERSK DELFT befördern.

 

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Inzwischen hatte auch das aus Dünkirchen kommende Schwesterschiff der MAERSK DELFT, die MAERSK DUNKERQUE, in Dover festgemacht und wurde entladen.

 

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Vor Dover wartete SEAFRANCE MOLIERE auf die Einfahrt. Die PRIDE OF DOVER hatte eine halbe Stunde Verspätung und so musste die Seafrance-Fähre auf den Ausgang des P&O-Schiffes warten.

 

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MAERSK DUNKERQUE an Anleger Nr. 6...

 

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... und an Anleger 3 die PRIDE OF CANTERBURY.

 

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Die MAERSK DUNKERQUE wurde 2005 in Dienst gestellt.

 

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Der Tanker CORALWATER hatte längsseits der PRIDE OF CANTERBURY zum Bunkern festgemacht.

 

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Abschied von Dover. Ausfahrt aus dem "Eastern Entrance".

 

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Endlich konnte die SEAFRANCE MOLIERE...

 

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... Fahrt aufnehmen und bescherte dem Fähr-Enthusiasten...

 

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... genau jene Bilder, die er eigentlich schon im September 2008 machen wollte.

 

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Als Fotomotiv einfach nicht wegzudenken, die Kreidefelsen.

 

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SEAFRANCE MOLIERE ist übrigens ein weiteres Fährschiff im Fährverkehr zwischen Dover und Calais "Made in Germany".

 

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Gebaut bei HDW in Kiel.

 

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Einige Minuten später tauchte die PRIDE OF CALAIS auf.

 

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Dass diese Fähre zusammen mit ihrem Schwesterschiff PRIDE OF DOVER über 20 Jahre lang nur ein einziges Einsatzgebiet kannten und ausschließlich zwischen Dover und Calais unterwegs waren, spricht für ihren Erfolg und ihre Wirtschaftlichkeit. Obwohl sie doppelt soviel Fracht transportieren können, wie die Vorgänger der „Spirit“-Klasse, verbrauchen sie nicht mehr Brennstoff wie diese.

 

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Erreicht werden konnte das durch drei Dieselmotoren von Sulzer, die unter Lizenz bei CCM in Frankreich gebaut wurden. Sie liefern insgesamt 31.500 PS und sorgen - ungewöhnlich für Fähren - über drei Propeller für eine Höchstgeschwindigkeit von rund 22 Knoten. Im täglichen Einsatz fahren die Schiffe allerdings etwas langsamer.

 

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All pictures © by Carsten Watsack, 2010

 

 

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